04.02.2023

Group Show

TRIALOGUE - Delicate Strength

Arbeiten von 3 Künstler*innen im TRIALOG ... mehr >

Dieses Jahr tragen alle unsere physischen Präsentationen den Titel MONOLOG, DIALOG oder TRIALOG – es sind Einzel-, 2-Personen- oder 3-Personen-Ausstellungen. Ein Untertitel erläutert den jeweiligen thematischen Schwerpunkt, nach dem die künstlerischen Positionen ausgewählt wurden. Im Fall von "TRIALOGUE – Delicate Strength" stellen wir malerische und skulpturale Werke von drei Künstlern gegenüber, die sich formal und/oder konzeptionell durch Stärke, aber auch durch Zartheit ausdrücken – zum Beispiel durch die verwendeten Materialien oder den erzählten Inhalt.

Vittorio Bianchi (*1982, lebt und arbeitet in Mailand) agiert innerhalb der räumlichen Dimension der Oberfläche des Stoffes, seinem bevorzugten künstlerischen Medium. Der Künstler überschreitet deren Grenzen durch eine gestische Schabbewegung, die das Material auf eine Weise angreift, die seine Struktur umstößt, ohne sie zu verraten: kein Akt des Bruchs, sondern der Enthüllung, der darauf abzielt, die Dringlichkeit der darunter liegenden Schicht zu unterstützen, aus der Tiefe, die sie zurückhält, an die Oberfläche zu gelangen. Er erforscht die schlafenden Räume der Erinnerung, die in den Fasern fließen, und erweckt sie mit der Erleichterung eines Atems wieder zum Leben, der von seinem legitimen Zwischenspiel Besitz ergreift. Es ist eine taube Geste, in der die in die stimmlose Geschichte des Materials eingewobene Phrase widerhallt. Die Oberfläche wird zu einer empfindlichen Haut, die von der freizügigen Vehemenz der Aktion gestreichelt wird, die ihre Fäden freilegt, als wären sie die Rippe der Anatomie des ewigen Flusses der Geschichte. Auf diese Weise stellt er einen Waffenstillstand im Gegensatz zwischen Tradition und Innovation wieder her, eine Ruhe, die zu einer zarten Versöhnung im Verhältnis der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen dem Fortbestehen einer kollektiven kulturellen Identität und derjenigen der Kette, die sie hervorgebracht hat, einlädt.

José Gomes' (*1968 in Brasilien, lebt und arbeitet in Köln) künstlerisches Werk ist von zwei Elementen geprägt – die Natur als Hauptmotiv und ihr unerschöpflicher Duktus. Die Umwelt offenbart sich als sensibler, zarter, fragiler, verführerischer, notwendiger, unvergänglicher Teil des Lebens. Die für diese Ausstellung geschaffenen Arbeiten von José Gomes entstanden im Rahmen seiner Tätigkeit als Stipendiat eines Residenzprogramms im Botanischen Garten und im Institut für Biologie der Universität Rostock. Die Recherchen und Diskussionen, das Eintauchen und die Beobachtung von Pflanzen, die der Künstler dort erlebte, flossen in die Serie Firmitas ein - ein lateinisches Wort, dass soviel bedeutet wie Beständigkeit, Festigkeit, Dauerhaftigkeit, Stabilität, Stärke, Widerstand und Zuverlässigkeit. Diese Eigenschaften finden sich auch in den dort analysierten Pflanzen wieder. Auf der Grundlage dieser Eigenschaften werden Mensch und Wissenschaft im Zuge des Klimawandels nicht nur die menschliche, sondern auch die technologische Entwicklung vorantreiben. Das Ergebnis ist eine Serie von Collagen, die sich aus Fotografien dieser Pflanzen zusammensetzt. Diese wurden in eine Transfertechnik auf Papier übertragen und durch Zeichnungen und Aquarell ergänzt. Im Hintergrund sind die natürlichen Grundwasserleiter zu sehen, die in Brasilien existieren und das Ökosystem aufrechterhalten. Die Arbeiten sind ein Kompendium der Vielfalt dieser natürlichen Ressourcen, die uns den Weg in die Zukunft weisen sollen. (Tereza de Arruda, Kuratorin)

Inspiriert von Ornamenten und Stofflichkeit als kulturhistorische Bestandteile der Volkskunst, von Märchen und Mythen sowie Traditionen und Ritualen, erscheinen diese Einflüsse im Werk der Malerin und Keramik-Bildhauerin Beate Höing ('1966, lebt und arbeitet in Coesfeld) in einer ganz eigenständigen Ikonografie. Tatsächlich Vorhandenes, Assoziiertes und Erinnertes fügt sich in einem ambivalenten Spiel aus Realität und Fiktion zusammen, in welchem Traum und Albtraum, Entspannung und Erschrecken dicht beieinander liegen. Inhalte, Materialität und Form sind untrennbar miteinander verbunden. Die Ölgemälde, Keramik-Skulpturen  und Installationen der Künstlerin vermitteln zudem eine Begeisterung für die Schönheit, Zartheit und Ästhetik der Dinge sowie die Lust am Spiel mit den gestalterischen Möglichkeiten. [...] Ebenso verhält es sich mit den keramischen Arbeiten, die als eigenständiges Medium im Wechselspiel zur Malerei entstehen. Das keramische Material transportiert indirekt die Vorstellung von Kitsch, aber auch von traditionellem Handwerk. Diese „Hypothek“ kommt der inhaltlichen Aussage entgegen, wird von der Künstlerin fast provokant gesteigert. Eingearbeitete Nippes- und Porzellanfigürchen, seit Jahrhunderten Inbegriff bürgerlicher Vorlieben, als Dekorationsartikel oder Souvenir geliebt oder als Kitsch abgetan, bieten Spielraum für Imaginäres und Fantastisches. Mädchen-, Jungenfiguren, Träumende oder Schlafende, Märchen-, Fabelwesen oder Tiere – fragil erwachsen die Figuren aus floralen, opulenten Sockelelementen, stehen für sich selbst oder präsentieren sich in Figurenarrangements, auch im Zusammenspiel mir der Malerei. Die Arbeiten Beate Höings zeigen einen sehr poetischen, zuweilen ironischen Blick auf Vergangenes, erzählen von Erinnerungen, Träumen und surrealen Welten, auch mit einem humorvollen Augenzwinkern. (Jutta Meyer zu Riemsloh, Kuratorin)

 

13.1. – 25.2.2023

 

Die Galerie ist über Karneval vom 16. – 21.2. geschlossen.

 

Vernissage
Freitag, 13. Januar
18 – 21h
Künstler*innen anwesend

 

K1 Galerien-Rundgang
Sonntag, 29. Januar
11 – 16h
Künstlergespräch um 14h

Öffnungszeiten  
Mi – Fr 12 – 18h
Sa 12 – 16h
u. n. V.  

 

 

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