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Duo Show
Layers of Perception
Árpád Forgó (*1972), bildender Künstler, lebt und arbeitet in Budapest, ist ein Vertreter der traditionsreichen „Shaped Canvas“-Bewegung in der ungarischen zeitgenössischen Kunstszene. Er hat zahlreiche Ausstellungen realisiert, darunter Einzelausstellungen bei Schlieder Contemporary (Frankfurt), der Anya Tish Gallery (Houston) und im Rómer Flóris Museum für Kunst und Geschichte (Győr, Ungarn) sowie Doppelausstellungen in der Galerie Biesenbach, Köln; BABEL Art Space, Trondheim, und KKKC, Klaipėda, Litauen. Er nahm an Gruppenausstellungen in renommierten Institutionen teil, darunter das Ludwig-Museum und das Vasarely-Museum (Budapest), das Museum Ritter (Waldenbuch) und das Rothko-Museum (Daugavpils). Residenzprogramme haben in seiner Karriere stets eine bedeutende Rolle gespielt; unter anderem wurde er vom Vermont Studio Center (USA), der Josef and Anni Albers Foundation (USA), Sydney Non Objective Contemporary Art Projects (Australien), der Montresso Art Foundation (Marokko) und zuletzt vom CCA Andratx auf Mallorca, Spanien, eingeladen. In den Jahren 2019–2020 war er Stipendiat der Pollock-Krasner Foundation.
Árpád Forgó interessiert sich für experimentelle Malerei und für die Frage, wie sich die Interpretation der nicht-figurativen Malerei erweitern lässt, indem man ihren malerischen Charakter bewahrt und die Grenze zwischen Malerei und Skulptur auslotet. Struktur, Form, Maße und Rhythmus sowie flächige und räumliche Beziehungen stehen im Mittelpunkt seiner Forschung. Er untersucht die Beziehung zwischen dem Einzelnen und dem Vielfachen, die Frage der Kardinalität, der Einheit, der Ganzheit und der Teilung, des Ganzen und des Teils. Er arbeitet hauptsächlich mit traditionellen Malmaterialien – Farbe, Leinwand und Holz – und strebt dabei nach industrieller Perfektion, ohne dabei die handwerkliche Qualität des Prozesses aus den Augen zu verlieren.
Er erforscht Modularität und Wahrnehmung, die er als spannende Bereiche betrachtet, um die Grenzen eines Wandwerks zu erweitern. Er entwickelt weiterhin geformte Leinwandpaneele und baut durch isometrische Transformationen blockartige, hohle, symmetrische oder asymmetrische modulare Kompositionen auf. Zudem experimentiert er intensiv mit verschiedenen zusammengesetzten Malverfahren, um die Wahrnehmung des Betrachters nicht nur durch die Struktur, sondern auch durch das Material herauszufordern.
In den Arbeiten von Hanna Kaminski (*1988 in San Francisco, lebt und arbeitet in Berlin) gleicht der Bildträger einer Landschaft aus changierenden Farbaufträgen, in denen die Formen durch sich überlagernde Farbschichten entstehen. Die Bilder präsentieren eine offene, surreale und cartooneske Bildsprache. Immer an der Grenze des Erkennbaren, bereits Gesehenen, entziehen sich die Formen jeder allzu schnellen Deutung. Für Hanna Kaminski ist das Medium der Malerei ein Hilfsmittel, um anfängliche, motivische Vorstellungen aufzulösen und eine eigene Formsprache zu entwickeln. Zufällige Momente im Arbeitsprozess erfordern ihre aktive, bewusste Reaktion und halten die Entstehung ihrer Bilder in ständiger, produktiver Spannung. Dabei ist es nicht nur das Motiv, das erzählt, sondern auch das Medium selbst. Spuren von übermalten Schichten sprechen von Zeit und dem Prozess ihrer Arbeit.
Text von Miriam Schwarz (2024):
In ihren minimalistischen Gemälden macht Hanna Kaminski erlebbar, wie das Zusammenspiel von Farbe und Form ein ganz eigenes Vokabular entwickelt. Schicht für Schicht erkundet sie das Spannungsverhältnis von Farben und Formen, entschlüsselt es und setzt es spielerisch in einem eigenen künstlerischen Alphabet neu zusammen.
Text von Carolin Kralapp (2023):
Schicht um Schicht bringt Hanna Kaminski Farben auf die Leinwand, die den Malgrund in changierenden Ausprägungen für sich einnehmen und sich in offenen Formen entfalten. Mal undefinierte, mal ganz klare Formen stoßen auf durchlässige Pinselstriche, die Assoziationen zur Gegenständlichkeit zulassen, sich dabei aber nicht streng aufdrängen. Hanna Kaminski untersucht erste motivische Vorstellungen auf das, was übrigbleibt, wenn im Tun verlernt wird. Dabei nutzt sie das Medium Malerei als Hilfsmittel, sich von anfänglichen Vorstellungen im Arbeitsprozess mehr und mehr zu lösen.
Die Formen und Farben, die sie findet, stehen in den Arbeiten in ständiger Kohärenz, befinden sich in einer gegenseitigen Abhängigkeit und einem spürbaren Spannungsverhältnis, das beide Pole auf der Leinwand vereint. Es offenbaren sich eine befreiende Leichtigkeit und enorme Kraft, die eine Symbiose eingehen. Hanna Kaminski setzt die Malerei gezielt ein, um einen Arbeitsprozess zu visualisieren, dabei neue Farbschichten offenzulegen und Formen freizugeben, die zu Beginn noch nicht fest in das Werk eingeschrieben wurden.
Die Künstlerin macht einen spielerischen und explorativen künstlerischen Prozess sichtbar, den wir als Betrachtende gespannt auf den Leinwänden nachverfolgen dürfen.
8.5. – 27.6.2026