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Duo Show
Árpád Forgó & Hanna Kaminski
Árpád Forgó (*1972 in Budapest) interessiert sich für experimentelle Malerei, für die Frage der Erweiterung der Interpretation der nicht-figurativen Tafelmalerei, indem sie deren malerischen Charakter beibehält und die Grenze zwischen Malerei und Skulptur auslotet. Seine geformten Leinwandwerke sind aus einem vordefinierten modularen System aufgebaut, wobei Struktur, Form, Maße und Rhythmus sowie die flächigen und räumlichen Beziehungen im Mittelpunkt seiner Forschung stehen. Er experimentiert intensiv mit Materialien, um verschiedene Oberflächen zu schaffen, die jedes seiner Werke charakterisieren. In den letzten Jahren wurden die rechteckigen Module gekippt und die neuen parallelogrammförmigen Module machten die Kompositionen dynamisch.
Forgós Arbeiten passen in den Strom der zeitgenössischen Kunst, die das Erbe der Abstraktion mit eigenen Methoden weiterentwickelt. Die Vielseitigkeit seiner Kompositionen eröffnet sich dem Betrachter erst bei der eigenen Bewegung vor der Arbeit; umgebender Raum, Luft, Licht, Schatten werden Teil.
Der in Budapest lebende Künstler steht klar in der Tradition der Konkreten Kunst, erweitert diese aber mit einem spielerischem Ansatz und Experimentierfreude. Forgó (er-)findet Bilder, deren Leuchtkraft und Farbintensität uns herrlich sinnliche Reize bieten. Er verführt den Betrachter, genau hinzuschauen und zu überprüfen, ob er seinen Augen trauen kann. Der subtile Farbverlauf auf einer Leinwand zum Beispiel entsteht durch die Wölbung einer leicht dreidimensional gespannten Leinwand. Hier lotet der Künstler die Grenze zwischen „shaped canvas“ und objekthaftem Bildkörper aus. Doch bleiben seine Werke stets Bild und hinterfragen dieses nicht. Die Farben, die der Künstler verwendet, strahlen. Die Reflexion derselben auf der Wand erweitert das Bild über seine Grenze hinaus. Das handwerkliche Element seiner meist formal reduzierten Konstruktionen ist stets wichtig und immer von großem Reiz. Schönheit und Freude als Erlebnismoment stehen in gelungenem Zwiegespräch mit bewusster konzeptueller Beschränkung.
Forgó wurde in Budapest, Ungarn, geboren. Er hat an zahlreichen Gruppenausstellungen in Galerien und Museen teilgenommen, darunter das Ludwig Museum und das Vasarely Museum in Ungarn, das Museum Ritter in Deutschland, das Mark Rothko Art Center in Lettland und die Griffin Gallery in Großbritannien. Der Künstler hatte Einzelausstellungen in der Anya Tish Gallery, Houston, USA; der Milano Gallery, Warschau, Polen; dem Rómer Flóris Museum für Kunst und Geschichte und der Viltin Gallery in Ungarn. Er wurde zu zahlreichen Artist-in-Residence-Programmen eingeladen, darunter The Vermont Studio Center, USA; Sydney Non Objective Contemporary Art Projects, Australien; The Swatch Art Peace Hotel, Shanghai, China und zuletzt The Josef and Anni Albers Foundation, Connecticut, USA. Gegenwärtig ist er Stipendiat der Pollock-Krasner-Stiftung.
In den Arbeiten von Hanna Kaminski (*1988 in San Francisco, lebt und arbeitet in Berlin) gleicht der Bildträger einer Landschaft aus changierenden Farbaufträgen, in denen die Formen durch sich überlagernde Farbschichten entstehen. Die Bilder präsentieren eine offene, surreale und cartooneske Bildsprache. Immer an der Grenze des Erkennbaren, bereits Gesehenen, entziehen sich die Formen jeder allzu schnellen Deutung. Für Hanna Kaminski ist das Medium der Malerei ein Hilfsmittel, um anfängliche, motivische Vorstellungen aufzulösen und eine eigene Formsprache zu entwickeln. Zufällige Momente im Arbeitsprozess erfordern ihre aktive, bewusste Reaktion und halten die Entstehung ihrer Bilder in ständiger, produktiver Spannung. Dabei ist es nicht nur das Motiv, das erzählt, sondern auch das Medium selbst. Spuren von übermalten Schichten sprechen von Zeit und dem Prozess ihrer Arbeit.
Text von Miriam Schwarz (2024):
In ihren minimalistischen Gemälden macht Hanna Kaminski erlebbar, wie das Zusammenspiel von Farbe und Form ein ganz eigenes Vokabular entwickelt. Schicht für Schicht erkundet sie das Spannungsverhältnis von Farben und Formen, entschlüsselt es und setzt es spielerisch in einem eigenen künstlerischen Alphabet neu zusammen.
Text von Carolin Kralapp (2023):
Schicht um Schicht bringt Hanna Kaminski Farben auf die Leinwand, die den Malgrund in changierenden Ausprägungen für sich einnehmen und sich in offenen Formen entfalten. Mal undefinierte, mal ganz klare Formen stoßen auf durchlässige Pinselstriche, die Assoziationen zur Gegenständlichkeit zulassen, sich dabei aber nicht streng aufdrängen. Hanna Kaminski untersucht erste motivische Vorstellungen auf das, was übrigbleibt, wenn im Tun verlernt wird. Dabei nutzt sie das Medium Malerei als Hilfsmittel, sich von anfänglichen Vorstellungen im Arbeitsprozess mehr und mehr zu lösen.
Die Formen und Farben, die sie findet, stehen in den Arbeiten in ständiger Kohärenz, befinden sich in einer gegenseitigen Abhängigkeit und einem spürbaren Spannungsverhältnis, das beide Pole auf der Leinwand vereint. Es offenbaren sich eine befreiende Leichtigkeit und enorme Kraft, die eine Symbiose eingehen. Hanna Kaminski setzt die Malerei gezielt ein, um einen Arbeitsprozess zu visualisieren, dabei neue Farbschichten offenzulegen und Formen freizugeben, die zu Beginn noch nicht fest in das Werk eingeschrieben wurden.
Die Künstlerin macht einen spielerischen und explorativen künstlerischen Prozess sichtbar, den wir als Betrachtende gespannt auf den Leinwänden nachverfolgen dürfen.
8.5. – 27.6.2026
| Vernissage |
| Freitag 8. Mai |
| 18 – 21h |
| Künstler*in anwesend |
| K1 Galerien-Rundgang |
| Freitag 26. Juni |
| 18 – 22h |
| K1 Galerien Köln |
| Öffnungszeiten |
| Mi – Fr 12 – 18h |
| Sa 12 – 16h |
| und nach Vereinbarung |