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Erste gemeinsame Ausstellung der drei miteinander befreundeten Maler ... mehr >

Wolf Hamm (Deutschland), Ross Ryan (Schottland) und Diamantis Sotiropoulos (Griechenland).

In den Werken von Wolf Hamm (*1974 in Delmenhorst, lebt und arbeitet in Berlin) geht es um nichts weniger als Erkenntnis, Wahrheit und Freiheit. In den meist vielfigurig angelegten Arbeiten des Berliner Künstlers kann sich der Betrachter verlieren im Versuch, das Rätsel zu lösen – das Rätsel des Bildes und das des Lebens. Dabei geht es Hamm nicht darum, fertige Antworten zu liefern, sondern die richtigen Fragen zu stellen.

Hamm bringt den Betrachter dazu, sich ständig neu zu orientieren. Personen, Tiere und Vegetation erscheinen in seinen Werken in einem chaotischen Durcheinander, um zugleich miteinander in geheimnisvoller Verbindung zu stehen. Dabei kappt er die Bezüge, ohne jedoch eine Sinnerfassung völlig unmöglich zu machen. Hamms virtuose Malerei wird so zum Instrument, um die Welt zu kommentieren und dem Betrachter mögliche Ausblicke anzubieten.

Was auf den ersten Blick wirkt wie Collagen aus Zeitschriften, Comicheften und Werbeanzeigen entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als aufwendige und detailverliebte Hinterglasmalerei – eine Technik, die Wolf Hamm erlaubt, farblich brillante Arbeiten zu schaffen.

Der schottische Maler Ross Ryan (*1974 in Crinan, Argyll, Schottland) legt seinen thematischen Schwerpunkt auf das Darstellen von extremen und emotionalen Landschaften.

Ryans Werke haben einen starken Bezug zum Menschen, auch wenn dieser nicht direkt in den Arbeiten zu finden ist, nicht sichtbar wird. Es ist eine generelle Sicht auf das Individuum und seine Umgebung, das Spuren hinterlässt, die von Flora und Fauna zurückerobert wurden. Stadt und Land sind für Ryan fließend ineinander übergehende Räume, die in ihrer Charakteristik partiell polar aufgebaut sind, sich aber dadurch nicht konträr gegenüberstehen müssen. Um diese Eigenschaften fassen zu können – ein gesetztes Ziel des Künstlers – ist das Arbeiten im Freien die notwendige Bedingung zur Verbildlichung von identifikationsschaffenden Atmosphären.

Diese Orte variieren zwischen Extremsituationen und Alltäglichkeiten – von der Mitte des Atlantischen Ozeans bis hin zu fast gediegenen Momenten des nächtlich-urbanen Dschungels von Berlin. Die Bewegung zwischen den Orten, ob mit seinem treuen Van, dem eigenen Boot, zu Fuß oder auf dem Rad, macht die Werke von Ross Ryan nicht nur abwechslungsreich, sonder verleiht ihnen eine authentische und nachvollziehbare Dynamik.

Mit düsterem Humor vermischt Diamantis Sotiropoulos (*1978 in Athen, lebt und arbeitet in Athen und Berlin) in seinen Papierarbeiten religiöse und nationale Symbole mit historischen und mythologischen Figuren.

Sind seine apokalyptischen Kompositionen aus schwarzer Tusche, akzentuiert durch reliefartig strukturierte Goldfarbe, inzwischen strikt mit Bleistift gearbeiteten Zeichnungen gewichen, zeigt sich auch weiterhin Sotiropoulos‘ Interesse an der dunklen Seite der menschlichen Existenz: dem Dominieren und Zerstören, dem er mithilfe von zoologischen Bestien Gestalt verleiht.

Sotiropoulos spielt in seinem Werk mit einer Vielzahl von Zitaten, Verweisen und Referenzen. Die Figuren seiner Papierarbeiten entnimmt er dem mythologischen Erbe der griechischen Heimat ebenso wie der mitteleuropäischen Sagenwelt und der Ikonographie der abendländischen Kunstgeschichte. Formal finden sich Anlehnungen an mittelalterliche Buchmalerei, Karikaturen der europäischen Neuzeit und die Ästhetik neuer virtueller Realität. So scheinen uns die Welten, die der Künstler entwirft, zunächst vertraut, die Bildgewalt und existenzielle Dringlichkeit seiner Sujets als Resümee viele tausend Jahre alter Kulturgeschichte. Doch sind Diamantis Sotiropoulos' Figuren von einem mal melancholischen, mal unheilvollen Geheimnis umgeben. Die Geschichten, von denen sie erzählen, sind noch nicht zu Ende, sie dauern an.

 

10.10.2015 – 14.11.2016

Wolf Hamm
Ross Ryan
Diamantis Sotiropoulos

   

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