Hideaki Yamanobe

Light on Bright

Einzelausstellung von Hideaki Yamanobe … mehr >

Neue, abstrakte Arbeiten von Hideaki Yamanobe ab dem 6. November: Wir freuen uns, mit Light on Bright die fünfte Einzelausstellung des japanischen Malers in unserer Galerie zu präsentieren.

 

Oliver Tepel über „Hideaki Yamaobe: Light on Bright” in Köln Galerien A-Z, November 2020

GOLDENER NOVEMBER

"Eine Zeit der stillen Eröffnungen. Auf der Habenseite: sie bieten Konzentration auf die Kunst, kleine, bedeutende Momente, die etwas von dem Leben zurückgeben, welches während des notwendigen Rückzugs ins Private, nicht zur Gänze vom Blick in Bücher und Magazine kompensiert werden kann.

Die Saison begann mit dem Gang hinauf, zur im erstaunlich milden Klima gut durchlüfteten Galerie Biesenbach. So wirkte es trotz der frühen Dunkelheit nahezu wie ein Spätsommerabend, nur stiller. Keine Stimmen und kein Vogelgezwitscher irritierten die kontemplative Ruhe der Arbeiten von Hideaki Yamanobe. Auf diese Weise ließ sich der Eindruck gewinnen, man vernehme Musik aus seinen Arbeiten am Motiv des Pianos. Grafisch abstrahierend, ein wenig dem synthetischen Kubismus verwandt, erhalten die Flächen ein Eigenleben, welches Wirbel und Unruhe in die karge Eleganz der Werke bringt. Doch funktioniert dies auch genau gegenläufig, in „Climax – Stringendo Ver. No. 1“ ziehen sich horizontale Linien furchengleich durch den Bildraum, der an mit Zuckerguss überzogenen Ton erinnert, feine Abplatzungen und wolkengleiche Verlaufsformen der weißen Schicht erwirken eine statische Unruhe, die bei der nahen Betrachtung von jenen Furchen nicht gebändigt, aber doch gelenkt wird.

Zu einem nahezu kippbildhaften Moment führt eine ähnliche Technik in „Overtone – Two Feelings“, welche die Gefühle nicht allein im Kontrastieren der Farben, sondern auch in jenem grafischen Effekt vermittelt, der einen das Werk dauernd in von schräg rechts nach schräg links alternierenden Blickrichtungen anschauen lässt. In den titelgebenden „Light on Bright“-Werken ist es wiedermal die Substanz, welche fasziniert, als Farbe mit Wachs vermischt erscheint, was auf diese Weise gar nicht zu erschaffen wäre – aber mit Acryl und Sand. Es ist aber keine sich auf das Technische reduzierende, abstrakte Kunst. Vom schemenhaften Abbild wie in „Horizon“ bis zu dem sinnbildlichen „Two Lives“, in dem zwei Linien, gleich Ähren auf einem Feld, die weiße Farbschicht aufreißen, man blickt in das Leben, stille Kunst mit einem subtilen Klang."

 

Hideaki Yamanobe (*1964 in Tokio, lebt und arbeitet seit über 25 Jahren neben Tokio auch in Köln und Düsseldorf) arbeitet vornehmlich in einem vereinfachten Schwarz-Weiß-Bereich. Innerhalb dieses scheinbar begrenzten Farbfeldes fesselt er den Betrachter durch sein reichhaltiges Studium von Textur und Sättigung fesseln.

Indem Yamanobe die Grenzen des Endlichen und Unendlichen auslotet, fördert er das Gefühl, dass der Betrachter nicht auf seine Kunst schaut, sondern durch sie hindurchsieht. Glatte Lavierungen oder Farbschichten vermitteln oft eine ätherische Qualität, die den Betrachter dazu bringt, noch tiefer in seine abstrakten Räume einzutauchen.

Neben den für ihn charakteristischen, „nicht-farbigen“ Arbeiten zeigt Yamanobe mit Light on Bright auch neue Werkzyklen, die mit englischroter Farbigkeit und ausgeprägt abstrakt-geometrischen Kompositionen spielen.

Hideaki Yamanobe ist ein Crossover zwischen ostasiatischer und europäischer Kultur. Sein Interesse an Medien und Kunstformen neben der Malerei – insbesondere seine Faszination für die klassische zeitgenössische Musik, eine seiner ständigen Inspirationsquellen – kommt in immer neuen Projekten zum Ausdruck. Beispiele dafür sind seine Zusammenarbeit mit dem deutschen Stardirigenten und Komponisten Matthias Pintscher (Gemäldezyklus 2017 und Ausstellung/Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg). Yamanobes vornehmlich abstrakte Malerei, in der jedoch immer wieder objekthafte Elemente aufblitzen, ist vor allem für ihr begrenztes Farbspektrum – meist Schwarz, Weiß oder ein verblassendes Grau – und immer wiederkehrende Strukturen – wolkenartige Texturen, harte, geschnittene Linien in der Farbfläche oder sogar Farbschichten, die an Luftblasen erinnern – bekannt.

Hideaki Yamanobes Arbeiten befinden sich in zahlreichen Privatsammlungen in Europa, Asien und Amerika sowie in namhaften öffentlichen  Sammlungen wie z.B. Andaz, Toranomon Hills, Tokyo; Daiwa Bank, Osaka; Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln; Pola Art Foundation, Tokyo; Städtische Museen, Heilbronn; The University Art Museum, Tokyo.

6.11.2020 – 16.1.2021

Viewing Room

Zurück

Essenziell

Essenzielle Cookies sind für den Betrieb der Webseite unbedingt erforderlich und können daher nicht deaktiviert werden.

Cookie-Informationen

Statistiken

Statistik-Cookies erlauben das Erfassen anonymer Informationen darüber, wie Sie unsere Webseite nutzen. Sie helfen uns dabei, Ihr Nutzererlebnis und unsere Inhalte zu verbessern.

Cookie-Informationen

Externe Medien

Externe Medien-Cookies erlauben das Laden von Medieninhalten aus externen Quellen. Sie können auch während des Besuchs der Webseite aktiviert werden, wenn Sie auf blockierte Medieninhalte stoßen.

Cookie-Informationen