Bram Braam

lebt und arbeitet in Berlin

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Der bildende Künstler Bram Braam (NL, *1980, lebt und arbeitet in Berlin) beschäftigt sich mit Architektur und der ständigen Entwicklung unserer täglichen Umgebung. Er lässt sich von der rauen Umgebung Berlins, utopischen Vorstellungen und der niederländischen Landschaft inspirieren. Indem er den öffentlichen Raum durch das Auge eines Bildhauers betrachtet, hat der Künstler eine intime Verbindung zur Stadt und ihrer Architektur hergestellt. Die Stadt Berlin ist bekannt für ihre vielen Kontraste in reich und arm, glatt und rau. Es sind diese Kontraste, mit denen der Künstler spielt und die er in seinem Werk zusammenführt, um das Interesse an der Herstellbarkeit einer Stadt zu reflektieren.

Während er nahe an seiner Umgebung bleibt, bietet Braams Arbeit eine persönliche Zusammenstellung von architektonischen Referenzen zu Straßengebäuden, Konstruktionen und Lebensumgebungen, die für unsere Wahrnehmung von Stadt und Land wesentlich sind. Durch die Kontextualisierung der aufgelösten Materialien eröffnet die Arbeit neue Erzählungen, die auf die rasante und ungebremste Entwicklung Berlins verweisen und letztlich einen zeitgenössischen Ausdruck des heutigen urbanen Stadtbildes darstellen.

Bram Braams Werk scheint von einer bemerkenswert greifbaren Komplexität geladen, sowohl in der materiellen Vielfalt seiner Arbeiten als auch in dem, was dem schöpferischen Akt selbst vorausgeht. Das Konzept der Utopie erweist sich als der grundlegende Interpretationsschlüssel, der ein breiteres Verständnis von Braams Werk ermöglicht und die Verflechtungen, die seine Werke ausmachen entwirren kann.

Das Wort Utopia leitet sich etymologisch aus dem Griechischen ū ='non' und tópos ='Ort' ab und hat daher die verborgene Bedeutung eines Nicht-Ortes. Dieser Nicht-Ort ist ein nicht existierender Ort, eine imaginäre Architektur, die Vision einer nicht zukunftsweisenden Aussicht.

Innerhalb dieses Konzepts dreht sich in Braams Arbeiten alles um wiederverwertete Materialien, gefundene Objekte, Teile von Möbelstücken, Fragmente von Stadtmauern und all jenen Elementen, die exemplarisch für eine konstruktivistische Historizität stehen können, die nicht nur konstruktiv, sondern auch semantisch verstanden wird. Architektur findet sich für Braam in den von Le Corbusier errichteten Gebäuden, in verlassenen Häusern, in den Graffitis und anderen grafischen Hinterlassenschaften unbekannter Passanten. So ist es eine historische Betrachtung auf die Entwicklung seiner Umwelt, auf die sich Braam konzentriert.

In dieser Vielzahl an Fragmenten und Hinweisen, die sich in Braams raumgreifenden Skulpturen ergänzen und vervollständigen, in denen keines der grundlegenden Elemente jemals zufällig, sondern immer sorgfältig ausgewählt wird, lassen sich zwei Trajektorien ausmachen, die dem eingangs beschriebenen Begriff zugrunde liegen: Utopie.

Diese beiden Entwicklungsverläufe sind aber keineswegs geradlinig, gekrümmt und wellenförmig, vielmehr bewegen sie sich zwischen Paarungen wie neu und alt, real und nicht-real, zwischen dem was natürlich und künstlich, ursprünglich und umgestaltet, Aufbau und Zerstörung ist.

Bram Braam arbeitet sich in seinen Werken sowohl an der Utopie als umweltpolitischer Utopie funktionalistischer und konstruktivistischer Natur, die den Modernismus des 20. Jahrhunderts prägte, als auch an der Utopie als Nicht-Ort ab. Es ist ein wahrhaft kompliziertes Verhältnis in dem das, was als denkbarer Ort mit eigener erkennbarer Identität gilt, zum Nicht-Ort wird, sobald seine Nutzbarkeit oder seiner Persistenz verfällt und wir gleichzeitig einen Nicht-Ort als einzig denkbaren Ort wahrnehmen.

Ist es bei all dem Nebeneinander verschiedener Baustile, Territorien verschiedener politischen Epochen und urbanen sowie gesellschaftsbezeugenden Symbolen heute überhaupt noch möglich, gänzlich Unberührtes frei von menschlichen Überbleibseln zu finden? Das verworrene Geflecht aus nicht datierbaren Stilelementen welches von Braam immer wieder neu angeordnet wird, beschreibt eben jene Nicht-Ort-Orte, die in seinen Arbeiten zu finden sind.

Dieses Geflecht, diese Überlagerungen, die sich tatsächlich aber als chronologische Handlungsstränge darstellen, finden in den Wandarbeiten des Künstlers eine eindrucksvolle Sprache: Es sind echte Mauern, Fragmente einer Stadt, in der eine in sich ruhende Gelassenheit spürbar ist, die Faszination des Nicht-Ortes als realen Ort, die Absenz von Missbräuchlichkeiten und die gleichzeitige Präsenz leiser Stimmen der Vergangenheit und der Gegenwart, die schon immer eine hypothetische Zukunft utopisch betrachtet haben und auch weiterhin so betrachten werden, um in einer realen Utopie zwischen Trümmern und zerrütteten Mauern irgendwie zurechtzukommen.

Domenico de Chirico (Kurator)


Biographie

1980
geboren in Sittard, Niederlande
1998-2003 Sint Lucas, Communication and Design, Boxtel, Niederlande
2005-2009
AKV St. Joost, Royal Academy of Fine Arts (Bachelor), Den Bosch, Niederlande
2009
Starterstipendium Fund BKVB, Niederlande
Nomination Lucas Prize, Den Bosch, Niederlande
2010
Artist-in-Residence, Culturia, Berlin
2011
Gewinner des Jung Art Prize (zusammen mit Chris Bierl), Berlin
2013
HomeBase Project, Berlin
Working budget, Mondriaan Fonds, Niederlande
BBK funded studio program, Berlin
2014 Arbeitsstipendium der Kulturverwaltung des Berliner Senats, Berlin
Artist-in-Residence Sea Foundation, Tilburg, Niederlande
2016 Working grant for proven talent 2016-2019, Mondriaan Fonds, Niederlande
2019 Rising Stars Residency, Till Richter Museum, Schloss Buggenhagen
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Ausgewählte Einzel- und Gruppenausstellungen

2021
Galerie Biesenbach, Köln (G)
2020 Bram Braam & Anneke Eussen, PARK Tilburg (E)
Galerie Burster, Karlsruhe (E)
ART KARLSRUHE (E)
Cacao fabriek, Helmond (G)
Galerie Biesenbach, Köln (online)
2019 Till Richter Museum, Schloss Buggenhagen (E)
Galerie Burster, Berlin (E)
ART BERLIN CONTEMPORARY, Galerie Burster, Berlin (E)
ENTER ART FAIR, Copenhagen (E)
Lage Egal curational projects, Berlin (G)
LFN Gallery, Spinnerei Leipzig (G)
Lage Egal curational projects, Berlin (G)
Künstlerhaus Bethanien, Berlin (G)
Frank Taal Gallery, Rotterdam (G)
Frank Taal Gallery, Rotterdam (G)
Frank Taal Gallery, Rotterdam (G)
ACEC, Apeldoorn (G)
Galerie Peter Borchardt, Hamburg (G)
Torrence Art Museum, DXIX Projects, Los Angeles (G)
Balzer Projects, Basel (G)
PHK18 #17, Rotterdam (G)
Galerie Peter Borchardt, Hamburg (G)
Frank Taal Gallery, Rotterdam (G)
2018 Dag & Bram Braam, LFN Gallery, Spinnerei Leipzig (E)
MPV Gallery,  Den Bosch (G)
Berlin weekly project space, Berlin (G)
Ufer Open, Berlin art week, Uferhallen, Berlin (G)
BOTTOM UP, Berlin art week, Kuehlhaus, Berlin (G)
Kunsthaus Erfurt (G)
GLUE, Künstlerhaus Bethanien, Berlin (G)
POTLUCK – curated by Hagen Schümann & Pierre Granoux, Berlin (G)
Galerie Anja Knoess, Köln (G)
Willem2, Den Bosch (G)
Botschaft, Wir nennen es Arbeit, Berlin (G)
Galerie Kai Erdmann, Hamburg (G)
MPV Galerie, Knokke (G)
2017 Cacoafabriek, Helmond (E)
AMSTERDAM ARTFAIR, Amsterdam (E)
ART ROTTERDAM, Frank Taal Galerie, Rotterdam (E)
Roger Katwijk Galerie, Amsterdam (G)
Galerie Eigenheim, Berlin (G)
Ende Neu / Lage Egal, Berlin (G)
Galleria Opere Scelte, Torino (G)
Marisa Newman Projects, New York (USA G
Bender Schwinn Project, München (G)
GLUE, Gallery Weekend, Berlin (G)
Majke Husstege Projects, MPV Gallery, Den Bosch (G)
Gallery Burster, Berlin (G)
Homecoming Project Space, Luis Leu, Karlsruhe (G)
Imago Mundi Dutch Collection, Benetton Foundation, Treviso (G)
2016 Welcome to the real world, Frank Taal Galerie, Rotterdam (E)
ART 16, London’s Global Art Fair, London (E)
Modern Mutants, Galerie Burster, Berlin (E)
Donau83, Berlin (G)
BERLIN ART WEEK, Kuhlhaus Gleisdreieck, Berlin (G)
BERLIN ART WEEK, Berlin (G)
TABS2, Lage Egal off side, Berlin (G)
G Schau Fenster, Berlin (G)
11te INTERVENTIONALE, IG Metall/Haus am Lützowplatz, Berlin (G)
2015 ART ROTTERDAM, Frank Taal Galerie, Rotterdam (E)
Bram Braam & Ines Doleschal, Kulturhaus Schwartzsche Villa, Berlin (E)
De Rotterdam (OMA) – Rotterdam (G)
Frank Taal Gallery, Rotterdam (G)
Lage Egal, off space – Berlin Art Week, Berlin (G)
Self storage – Another Space, Copenhagen Art Week, Copenhagen (G)
Project Marzahner Promenade, Galerie M, Berlin (G)
KUNSTHAL, Rotterdam (G)
NBK Neuer Berliner Kunstverein, Berlin (G)
2014 IMPORT PROJECTS, Berlin (E)
De Aanschouw, Rotterdam (E)
Frank Taal Galerie, Rotterdam (E)
Bram Braam & Alex Baams, SEA Foundation, Tilburg (E)
If paradise is half as nice 3, Leipzig (G)
Ampelhaus, Oranienbaum (G)
Frank Taal Galerie, Rotterdam (G)
VU Art Collection EXPOSORIUM, IN TRANSIT, Amsterdam (G)
Wiebengahal, Maastricht (G)
Insitu invited by Another Space, Art space festival, Copenhagen (G)
House with the heads, Amsterdam (G)
Joao Cocteau, Berlin (G)
Donau83, Berlin (G)
Frank Taal Galerie, Rotterdam (G)
2013 Bram Braam & Radu Oreian, Kreuzberg Pavillon, Berlin (E)
If Paradise is half as nice’ Part 2, Berlin (G)
If Paradise is half as nice’ Part 2, Leipzig (G)
Westside gallery ‘s-Hertogenbosch (G)
P/ART Producers Art Fair, Hamburg (G)
HomeBase Festival – Das Unmögliche Haus, Berlin (G)
Saatchi Screen, Saatchi Gallery, London (G)
48 Stunden Neukölln Festival, Changing Perspectives, Berlin (G)
HomebaseLab, month of performance art, Berlin (G)
Kunsthalle Deutsche Bank, Macht Kunst, Berlin (G)
2012 Bram Braam & Natalia Stachon, Berlin (E)
Freies Museum, Berlin (E)
Kaleidoskop Gallery, Berlin (E)
Point de Vue SM-‘s Stedelijk museum, Den Bosch (G)
Kreuzberg Pavillion Kassel 100 Days Documenta, Kassel (G)
KAUM III, Raum, Berlin (G)
Supermarkt, Berlin (G)
De Salon, BKKC, Tilburg (G)
Front-Stage Gallery Shanghai, (G)
Tape Modern, Berlin (G)
FACTORY-ART gallery, Berlin (G)
2011 Landgoed Velden (E)
“Jung Art Prize”, Alte Münze, Berlin (G)
“Open Ateliers”, European Creative Center (ECC), Berlin (G)
Incubate Festival, Tilburg (G)
Urlaub in Berlin, Berlin (G)
Tape Modern, Berlin (G)
2010 B-art, Den Bosch (G)
Juno Gallery, Berlin (G)
Seelevel Gallery, Amsterdam (G)
Ecosyntheses, Como (G)
BYTS, Young Talent Show, Den Bosch (G)
Kunsttour, Rijkswaterstaat Maastricht (G)
2009 Louis Hartloper Complex, Utrecht (E)
Minimal Gallery, Chiang Mai (G)
Kruithuis, Den Bosch (G)
Graduation Show, Art Academy, Den Bosch (G)
DMT Loods, Den-Bosch (G)
De Salon, Museum Het Domein Sittard (G)


Publikationen

  • 2015 | Netherlands’s Local Favorite 2015 Award, Culture Trip
  • 2015 | Top 10 emerging Dutch artist you should know, culture trip blog
  • 2014 | Publication: Monopol magazine, P/art
  • 2014 | Publication: review “how long is now, city of tomorow” in the Witte Raaf by Edo Dijksterhuis
  • 2014 | Publication: essay by Robbert Proost, exhibition : Mobile Bram Braam & Alex Baams, SEA Foundation, Tilburg (Netherlands)
  • 2013 | Catalogue, P/ART Producers Art Fair, Hamburg (Germany)
  • 2013 | Publication : Homebase lab, Das Unmögliche Haus, Berlin (Germany)
  • 2012 | Magazine, Interview What’s Up Art Magazine (Netherlands)
  • 2012 | Magazine, bkkc, integral culture policy (Netherlands)
  • 2012 | Catalogue, “You can tell me!” FACTORY-ART gallery
  • 2011 | Catalogue, Jung Art (Germany)

 

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