Kira Fröse

lebt und arbeitet in Bochum

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Die Grenzen unserer Wahrnehmung sind verwaschene Konzepte – wir fühlen mit den Augen und sehen mit den Händen. Gleichzeitig ist unser Denken darauf fixiert, stur und gradlinig einzuordnen, was wir als fest umrissen betrachten. Wir verlieren bereitwillig die Ebenen dazwischen.

In dieser Hinsicht sind die Arbeiten von Kira Fröse als Einladung zu verstehen, seinen Sinnen zu misstrauen und das Gewohnte neu zu interpretieren. Sie verbindet, was nicht zusammengehört, entreißt Gegenstände des alltäglichen Lebens ihrer Vergangenheit und transformiert sie zu Sinneinheiten mit eigenen Geschichten, die immerzu von Konfrontationen handeln: Zwischen dem Festen und dem Flüssigen, dem Starren und dem Dynamischen und letztlich von der Ästhetik und den abstoßenden Unregelmäßigkeiten. Zwischen den Zeilen entsteht die Gewissheit, wie sich zwei gegensätzliche Elemente konstituieren und dabei ohne einander überhaupt keinen Bestand hätten. So ist es dann auch mit dem Betrachter, der sich plötzlich nicht mehr sicher sein kann, was er betrachtet. Um das ungewohnte Gewohnte vollkommen zu begreifen, möchte man am liebsten die Hände ausstrecken und die Formen und Farben betasten und ehe man sich versieht, ist man selber Teil der Konfrontation geworden.

In ihrer neuen Ausstellung Alles klebt vor Reinlichkeit, verschiebt Sie den Raum der Begegnung in die private Sphäre des Badezimmers. Dort, wo wir allein mit unseren Körpern sind, um unsere Unregelmäßigkeiten in Augenschein zu nehmen, geraten nun die Gegenstände um uns herum in den Fokus. So erhalten die stillen
Beobachter unserer intimen Angewohnheiten plötzlich einen eigenen Willen und bringen sich selbst zum Ausdruck, indem sie sich verschieben, erstarren oder verflüssigen. Was sich dabei widerspiegelt, ist die oft vergessene Tatsache, dass selbst beim Blick in den Spiegel nicht alles so ist, wie es zunächst erscheint.

von Florian Stein, 2021


Künstlerinnen-Statement

„Das muss ich anfassen!“

Das ist die Essenz dessen, was mich antreibt, Kunst zu machen. Glänzende Oberflächen, strukturierte fließende Formen und dynamische Materie – die Gegenüberstellung von Stillstand und Bewegung fasziniert und inspiriert mich. Meine Arbeiten sind gefühlsbetont und auf die Sehnsucht nach haptischen Erfahrungen ausgerichtet. 

Durch den Einsatz von Farbe, organischen, spielerischen und dynamischen Formen will meine Arbeit den Betrachter verführen und einladen, das, was vor ihm liegt, mit den eigenen Sinnen und der eigenen Vorstellungskraft zu erfahren. Unbewusst beeinflusst von der Ästhetik der Natur und von gebrauchten Gegenständen des täglichen Lebens, schaffe ich statische Formen, die Bewegung darstellen und trotz der Schwere ihrer Substanz glatt und leicht erscheinen. Bei näherer Betrachtung kann man erkennen, dass Ästhetik nur durch die Anwesenheit unästhetischer Details Bestand haben kann. 

Während des Schaffensprozesses knete ich, streichle, schlage, konstruiere und berühre alles mit meinen Händen: „Das muss ich anfassen!“.

   

Biographie

1992
geboren in Oer-Erkenschwick
2012
Allgemeine Hochschulreife (Hauptfach: Design)
2015
Nominiert: Blooom Award
Nominiert: Artward Public Award
2016
Nominiert: Blooom Award
Erasmus-Austausch at MOME (Moholy-Nagy University of Art and Design Budapest)
Praktikum: James Carcass und Bernadett Hegyvari, Glasatelier in Tápiószecs
2013-17
Bachelor of Fine Arts, AKI ArtEZ University of the Arts, Enschede
2017 Nominiert: DEW21 Art Prize
2017-18 Bcademie, Rotterdam, NL
2018-20 Stipendium/Förderung: Litter Lemon, Mondriaan Fonds
Stipendium/Förderung: Litter Lemon, Stichting Kunst en Cultuurbevordering Nederland
2019
Nominiert: Galerie Pouloeuff Public Award
2020
Nominiert: VAO Artist Prize
Nominiert: BBA Artist Prize
Assistentin im Keramik-Atelier "Anne Wenzel"
2021
Stipendium/Förderung: Corona Overbrugging, Mondriaan Fonds
Stipendium/Förderung: Zoektocht Naar Transparantie, CBK Rotterdam
Stipendium/Förderung: Alles klebt vor Reinlichkeit, Stichting Stokroos
2022
Assistentin im Atelier "Maaike Kramer"
Stipendium/Förderung: Startende Makers, Pictoright Steunfonds
2023
Nominiert: Perron Kunstpreis Frankenthal
Stipendium/Förderung: Werktuig PPO
Stipendium/Förderung: Galerie Pouloeuff
Stipendium/Förderung: Kleinprojekt, Bochum Fonds
seit 2019
Assistentin im Atelier "Stephan Marienfeld"
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Ausgewählte Einzel- und Gruppenausstellungen

2024 International Festival of Glass, Gallery Blowfish, Stourbridge, UK (G)
Nach Strich und Faden
, Galerie Biesenbach LAB, Köln (E)
Celebrate Summer, Gallery Nono, Den Haag (G)
Die Grosse, Kunstpalast Düsseldorf (G)
BBK Düsseldorf (G)
Kleine Zaal, De Vishal, Haarlem (E)
‚op = op‘, Galerie Pouloeuff, Naarden Vesting (E)
I have to touch this, Kleinste Galerietje, Amsterdam (G)
2023 ART MATTERS 9, Galerie Biesenbach, Köln (G, online)
Artist in Residency EKCW, Oisterwijk (G)
Ontstoppable – Kunst op de WC, Jan Cunen Museum, Oss, NL (G)
Vierkwart 4 Art, Robson, Enschede (G)
Wasser, Stadtmuseum Zündorfer Wehrturm, Köln (G)
2022 In Transfer, Gallery Nono, Den Haag (G)
Le geste est la parole, De Bouwput, Amsterdam (G)
Dweilen met de Kraan open, Nieuw Charlois, Rotterdam (E)
De Aanschouw, Rotterdam (S)
Why don’t we, Gallery Nono, Den Haag (G)
2021 Materials, Artzaanstad, Zaandam (G)
Alles klebt vor Reinlichkeit, Galerie 143, Lörrach (E)
75 jaar vrijheid van de kunst, Stadsmuseum, Doetichem (G)
Counterbodies, De Achtertuin, Rotterdam (G)
22 Rooms – 22 Artists, The Student Hotel, Rotterdam (G)
Stille was heeft diepe gronden, Upscale Galerie, Rotterdam (S)
2020 Pop-up Gallery Non, Den Haag (G)
Litter Lemon, Jedan Osam Jedan, Rotterdam (E)
Foma – Fear of Missing Art, Broese, Utrecht (G)
2019 Hectobar 4.0, Tent, Rotterdam (G)
Rotz en water, AK24, Utrecht (G)
Wat zie ik, Galerie Pouloeuff, Naarden-Vesting (G)
Greetings from Skauhytt, Het Kunstgemaal, Bronkhorst (G)
2018 Ten Years Apprentice Master, Kunstpodium T, Tilburg (G)
Nom Nom Nom, The Explore Store, Rotterdam (G)
On my way to the galactic supermarket, need anything?, Garage Rotterdam (G)
Art of de box, Koppelkerk, Bredevoort (G)
Alles komt goed, Atelier014, Utrecht (G)
Jetzt schlägt’s dreizehn, Bcademie, Rotterdam (G)
2017 Destillaat #19, Extrapool, Nijmegen (G)
Dew21 Kunstpreis, Dortmunder U, Dortmund (G)
Serveer-tip, Concordia, Enschede (G)
Rondom, Galerie Nouvelles Images, Den Haag (G)
AKI Finals, AKI Artez, Enschede (G)
Hapticomania, Kunstpodium T, Tilburg (G)
2016 MOME, Budapest (G)
Marler Kunststern, Marl (G)
2015 Marler Kunststern, Marl (G)
JVA Magdeburg (G)
Twente Biennale, Enschede (G)
Frau Weber kocht, Dortmund (E)
2014 Specops Münster (E)
Artez Exporuimte, Enschede (G)

 

Ausgewählte öffentliche Sammlungen

  • LAM Museum, Lisse, NL ("Ancient Superfood")
  • LAM Museum, Lisse, NL ("Kraut und Rüben")
  • Miniatuurmuseum Den Haag ("Kleinigkeit (m18b2)")
  • Museum Jan Cunen ("Onstopper Plopper")

   

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