Lionel Sabatté

PRESSEMITTEILUNG: « DIE SAMMLUNG DAVID H. BROLLIET, GENF »
40 Jahre Sammelleidenschaft und ein 60-minütiger Dokumentarfilm
Ausstellung vom 26. 5. 2018 bis 30. 9. 2018

Die Fondation Fernet-Branca freut sich, Werke aus der Kunstsammlung des aus Genf stammenden David Brolliet zeigen zu können, der sich seit etwa vierzig Jahren für die zeitgenössische Kunst begeistert. David Brolliet, der für sein politische Engagement bekannt ist, Filme produziert, sich als Schauspieler und Sänger betätigt, hat mehr als nur eine Leidenschaft. In dieser Ausstellung jedoch geht es vornehmlich um den Sammler, seine Vorlieben, seine Vielseitigkeit, sein Engagement. Sein Werdegang als Sammler lässt sich anhand der Werke verfolgen, die er im Lauf der Zeit erworben hat, angefangen bei dem ersten Werk, auf das er in der renommierten Genfer Galerie Pierre Huber als 18-Jähriger gestoßen war: eine Skulptur des Künstlers Jean-Philippe Aubanel aus Lyon. Es folgen weitere Künstler aus Lyon und sehr berühmte Schweizer wie John Armleder, Sylvie Fleury, Roman Signer und Pipiloti Rist.

Mitte der 90er Jahre bezieht David Brolliet eine Zweitwohnung in Paris, wo er sich mit der damaligen Kunstszene und ihren Vertretern − Saâdane Afif, Kader Attia, Wang Du, Richard Fauguet, Marlene Mocquet, Bruno Peinado, Barthélémy Toguo, Erwin Wurm, Chen Zhen... − vertraut macht. Sein Engagement für die Kunst äußert sich hauptsächlich in seiner Beteiligung an der ADIAF (Association pour la Diffusion Internationale de l’Art Français), die unter anderem die Verleihung des Marcel-Duchamp-Preises für junge Künstler organisiert.

Er war mehrere Jahre lang Mitglied des Verwaltungsrats, bis er 2009 Paris wieder verließ. Er beteiligt sich aktiv an den Ausstellungen „De leur temps“, die Werke der Sammler der ADIAF zeigen. Er unterhält ebenfalls eine enge Verbindung zum Museum für moderne und zeitgenössische Kunst von Genf, dem er bedeutende Werke geliehen und geschenkt hat. Seine Pariser Wohnung war bis unter die Decke voll mit Kunstwerken. Er bezeichnet sich gern als engagierter oder sogar „professioneller“ Sammler; er besucht Vernissagen und Kunstmessen, aber auch Künstler in ihren Ateliers, mit denen er intensive Beziehungen pflegt. Diese Nähe zu den Künstlern ist eine seiner Eigenarten, denn er kauft kein Werk, ohne nicht vorher den Künstler kennengelernt zu haben. Seit etwa zehn Jahren interessiert sich David Brolliet für die afrikanische Kunstszene und unternimmt regelmäßig Reisen nach Afrika, um dort seine Projekte zu entwickeln. Die Sammlung von David Brolliet ist eklektisch. Sie ist das Ergebnis seiner Begegnungen und seiner 40 Jahre währenden Begeisterungsfähigkeit.

In den kleinen Ausstellungsräumen soll durch dicht nebeneinander angeordnete Werke, die nach Affinitäten zusammengestellt sind und miteinander im Dialog stehen oder aber Gegensätze bilden, die Atmosphäre seiner Pariser Wohnung wiedergegeben werden. Das Ausstellungskonzept des großen Raums ist ein anderes. Hier können die sehr großen Werke ihre Wirkung entfalten, die Besucher sich freier bewegen und gleichzeitig die verschiedenen Fassetten der Sammlung entdecken.
Kuratoren der Ausstellung: Véronique Hillereau und Yann Rudler

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