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Adults Only

„Two’s a party, three’s a crowd - I’m surprised what gets allowed“ (Martin Fry, ABC) - Oder doch nicht erlaubt?
Die Galerie Biesenbach weist zumindest mehrmals darauf hin, dass die gezeigten Werke von Tom Bianchi, Rebecca Bournigault, Bob Carlos Clarke, Julien Comte-Gaz, Viviane Gernaert, Beate Höing, Matt Lambert, Jans Muskee, Stuart Sandford und Roland Schappert gemäß des Titels „Adults Only“ wirklich erst ab 18 legal zu sehen sind. Wo politische Statements in der Kunst kaum mehr einen provokativen Charakter haben, ganz zu schweigen von der einst erhofften Subversivität, liegt in der Darstellung von Sexualität noch das Potenzial wenn nicht des Skandals, so doch der Anstoßnahme. Dabei erscheint in Beate Höings Keramiken selbst Medusa als kokett, und der Skandal in ihrem Werk ist eher das bewegende Leiden in den Mienen ihrer Figuren. Julien Comte-Gaz’ grob gerasterte Detailblicke haben mehr von der imaginativen Indiskretion der Schlüssellochperspektive, und bei Rebecca Bournigault verläuft sich das Offensichtliche in den Abstraktionen ihrer Aquarelltechnik. Allein Jans Muskee inszeniert das Skandalon als Buñuels Provokationen, hier aber im kleinbürgerlich, protestantischen Idyll. Selten zu sehende Künstler zu einem vernachlässigten Thema verleihen der Ausstellung fast musealen Wert.
von Oliver Tepel

Adults Only

Eröffnung am 18. Jan., 19–21 Uhr
18. Jan. – 9. März 2019
Galerie Biesenbach

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