David Rosado

Mac and Cheese

 

Exklusiv online vom 29. August bis 16. Oktober 2021
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Wir freuen uns, die 5. Präsentation unserer im Januar gestarteten Reihe kuratierter Online-Ausstellungen mit Arbeiten unserer Galerie-Künstler vorzustellen. Parallel zu unserem regulären, physischen Programm in der Galerie setzen wir hiermit den Fokus auf seltener gezeigte oder auch ältere Werke. Ab dem 29. August um 18h präsentieren wir hier die Einzelausstellung Mac and Cheese von David Rosado (geboren 1976 in Evora, Portugal, lebt und arbeitet in LIssabon) mit Gemälden aus den Jahren 2017-2021 sowie einer brandneuen Wandskulptur.

 

Ab dem 29.8.2021 um 18h können Sie die Arbeiten hier nachfolgend in unserem Viewing Room und unserer Bilder-Galerie einsehen. Gleichzeitig werden alle Werke in unserem Online-Shop zum Verkauf angeboten. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne weitere Informationen zu. Kontaktieren Sie uns bitte unter: art@galerie-biesenbach.com oder +49-174-490 96 35.

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Willkürliche Entscheidungen

„Durch seine Arbeit in verschiedenen Medien wie Skulptur, Malerei und Installation untersucht David Rosado die Normen von Identität und Kultur in der modernen Gesellschaft. Der Künstler kämpft mit Versatzstücken des heutigen Lebens, malt Paradoxe aus der Kindheit und unterschwellige Überlagerungen auf den geschaffenen Umgebungen auf Leinwand. Diese Gegenüberstellung von Materialien und Kontexten, die David Rosado anspricht, verstärkt zeitgenössische Fragen der sozialen Schichtung, eine durchdachte und direkte Art, uns in eine ferne Zeit zu versetzen, in der alles einfacher war.

Das allgemeine Konzept basiert auf der Konstruktion der Konjunktion des Prozesses in Bezug auf die Einheit der Kunst, die durch willkürliche Entscheidungen geht, die zunächst scheinbar voneinander getrennt sind, aber in ihrer Komposition und grafischen Entwicklung zusammenhängen, indem sie nach und nach Kombinationen einer potenziellen Ordnung schaffen, die aus sukzessiven Hinzufügungen und einer ständigen Neuanpassung des globalen Sets durch Auslöschung und Überlappung entsteht, in einem erneuerten und aufmerksamen Blick auf die urbane Straßenkultur, die ihren eigenen Raum und Rahmen im künstlerischen Schaffen sucht, und zwar durch ein klassisches Genre wie die Malerei, die Oberflächen transponiert und weiterhin die Idee bekräftigt, dass alles zu einem global präzisen Set beiträgt."

David Rosado
2021

 

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Viewing Room

 

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PUTPUT

Keeping House

A Photographic Series


Exklusiv online vom 4.7. bis 28.8.2021
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Wir freuen uns, die 4. Präsentation unserer neuen Reihe kuratierter Online-Ausstellungen mit Arbeiten unserer Galerie-Künstler vorzustellen. Parallel zu unserem regulären, physischen Programm in der Galerie setzen wir hiermit den Fokus auf seltener gezeigte oder auch ältere Werke. Ab dem 4. Juli um 18h präsentieren wir hier die fotografische Serie Keeping House (Haushaltsführung) des schweizerisch/dänischen Künstlerduos PUTPUT.

Ab dem 4.7.2021 um 18h können Sie die Arbeiten hier nachfolgend in unserem Viewing Room und unserer Bilder-Galerie einsehen. Gleichzeitig werden alle Werke in unserem Online-Shop zum Verkauf angeboten. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne weitere Informationen zu. Kontaktieren Sie uns bitte unter: art@galerie-biesenbach.com oder +49-174-490 96 35.

Über PUTPUT ... mehr >

PUTPUT wurde 2011 als disziplinübergreifende Zusammenarbeit zwischen Stephan Friedli (CH) und Ulrik Martin Larsen (DK) gegründet. Sie arbeiten hauptsächlich mit konzeptioneller Stillleben-Fotografie, Objekten/Skulpturen und Publikationen.

In ihrer künstlerischen Praxis erforschen PUTPUT unsere unmittelbare Umgebung und die Objekte, die wir im täglichen Leben benutzen, missbrauchen, bewundern und mit denen wir interagieren. Oft treten sie in eine Auseinandersetzung oder Befragung mit spezifischen Objekten ein, um vollständig zu untersuchen, was sie sind und was sie werden könnten. Ideen werden ausgeschöpft, destilliert und verfeinert, um Werke zu schaffen, die selbsterklärend, zweideutig und zutiefst oberflächlich sind.

 

PUTPUT continues its ability to create images that are “both perfectly natural and out of place”
von Lucy Bourton

Folgen Sie dem Link, um den Artikel auf “It’s Nice That” zu lesen:
https://www.itsnicethat.com/articles/putput-photography-090518

 

PUTPUT
von Ashley Munns

Folgen Sie dem Link, um das Interview im “Coeval Magazine” zu lesen:
https://www.coeval-magazine.com/coeval/putput

 

 

Viewing Room

 

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Catherine Seher

Ausgewählte Arbeiten auf Papier und Leinwand

16.5. bis 3.7.2021 ... mehr >

 

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Wir freuen uns, die dritte Präsentation der neuen Reihe kuratierter Online-Ausstellungen mit Arbeiten unserer Galerie-Künstler vorzustellen. Parallel zu unserem regulären Offline-Programm in der Galerie setzen wir hiermit den Fokus auf seltener gezeigte oder auch ältere Werke. Ab dem 16. Mai präsentieren wir hier ausgewählte Zeichnungen und Gemälde von Catherine Seher.

Ab dem 16.5.2021 um 18h können Sie die Arbeiten hier nachfolgend in unserem Viewing Room und unserer Bilder-Galerie einsehen. Gleichzeitig werden alle Werke in unserem Online-Shop zum Verkauf angeboten. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne weitere Informationen zu. Gerne können Sie auch einen Einzel-Termin in der Galerie verabreden, wo wir Ihnen die Werke persönlich zeigen. Kontaktieren Sie uns bitte unter: art@galerie-biesenbach.com oder +49-174-490 96 35.

 

 

Viewing Room

 

Über Catherine Seher ... mehr >

Die französische Malerin Catherine Seher (lebt und arbeitet in Paris) fängt eindrucksvolle Ansichten ein, die oft Figuren in verschiedenen Landschaften zeigen, und beschwört in ihrem Werk ein starkes Gefühl der Anonymität und Isolation herauf.

Indem sie die Essenz einer bestimmten Umgebung einfängt, aus ihr aber alle Bedeutungselemente herauszieht, reduziert Seher sowohl die Kunst der Landschaft als auch der Figur auf ihr eigentliches Element und zwingt den Betrachter ihres Werkes, die Mechanik zu berücksichtigen, durch die jede Komponente des Werkes entsteht. Das Ergebnis ist ein Gesamtwerk, das die Universalität der Kunst selbst anzapft, eine anonyme Figur oder Ansicht nach der anderen.

Seher wurde 1958 in Paris geboren und schloss 1983 sein Studium an der École Nationale des Beaux-Arts de Paris ab. Heute lebt sie in Paris, hat aber ihre Werke in ganz Europa ausgestellt. Zu den jüngsten Ausstellungen ihrer Werke gehören die Ausstellungen in der Galerie Christine Colon, Lüttich (2020); Galerie GNG, Paris (2020); Galerie Peters-Barenbrock, Berlin (2019) und Galerie Biesenbach, Köln (2020).

Als Künstlerin von großer Sensibilität spricht sie wie folgt über ihr Werk: „Malen bedeutet, sich ins Unbekannte zu wagen, dort beginnt meine tägliche Reise... die Leinwand wird sehr schnell zu einer Passage in traumhafte Welten, in denen Landschaften aufeinander folgen, dicht und dann wieder kahl, in denen Silhouetten erscheinen und verschwinden... Am Ende behalte ich, was ich mir nach viel Kampf und Dicke der Farbe auferlegt habe. Diese alterslosen Figuren, die oft ohne mein Wissen kommen, scheinen einige Geheimnisse zu hüten, nimbushafte Zeugen der Reflexionen der Welt.

Die Schriftstellerin Huguette Hérin-Travers, eine ihrer Sammlerinnen, drückt sich ebenfalls aus: „Die Gemälde von Catherine Seher sind voller Figuren, die in einer Landschaft, in der die Grenzen und Orientierungspunkte verschwinden, flüchtig eingeschrieben sind. Die anonymen Silhouetten geben uns die Vision einer zerstückelten Welt, die jedoch voller Bedeutung ist. Wir befinden uns in einem beunruhigenden Angesicht zu Angesicht. Seltsame Gestalten begrüßen uns, während ihre Augen uns bereits auf das Zukünftige lenken, und wir werden in eine Welt der angedeuteten Gedanken eingeführt. Der Betrachter wird so befragt und dann durch diese Bilder, die spontane, fast magische Ausdrücke hervorrufen, beunruhigt. Man findet dort die Kraft der ersten Gesten, der intimsten Formen.

 

 

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Douglas Witmer

Ausgewählte Zeichnungen und Gemälde

27.2. bis 10.4.2021 ... mehr >


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Wir freuen uns, die zweite Präsentation der neuen Reihe kuratierter Online-Ausstellungen mit Arbeiten unserer Galerie-Künstler vorzustellen. Parallel zu unserem regulären Offline-Programm in der Galerie setzen wir hiermit den Fokus auf seltener gezeigte oder auch ältere Werke. Bis zum 10. April präsentieren wir hier ausgewählte Zeichnungen und Gemälde von Douglas Witmer.

Ab dem 27.2.2021 um 18h können Sie die Arbeiten hier nachfolgend in unserem Viewing Room und unserer Bilder-Galerie einsehen. Parallel werden alle Werke in unserem Online-Shop zum Verkauf angeboten. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne weitere Informationen zu. Gerne können Sie auch einen Einzel-Termin in der Galerie verabreden, wo wir Ihnen die Werke gerne persönlich zeigen. Kontaktieren Sie uns bitte unter: art@galerie-biesenbach.com oder +49-174-490 96 35.

 

 

Viewing Room

 

Über Douglas Witmer ... mehr >

Seit über zwei Jahrzehnten erkundet Douglas Witmer (geboren 1971, USA) kontinuierlich und subjektiv die Materialität des gemalten Objektes und verfeinert dabei schrittweise seine Arbeit im Rahmen der reduktiven abstrakten Malerei. Seine elementaren kompositorischen Strukturen werden durch sinnliche Farben und vielfältig improvisierte gestische und zufällige Handlungen aktiviert. Sein nachhaltiges Interesse besteht darin, einen visuellen Ort zu schaffen, der in offener Weise zu persönlichen Seh- und Empfindungserfahrungen einlädt.

Douglas Witmer über das Arbeiten auf Papier:
Mein Atelier verfügt immer über ein umfangreiches und einsatzbereites Sortiment an Papier. Wie vermutlich für viele andere Maler auch bietet mir die Arbeit auf Papier einen offenen Erkundungsraum, in dem ich unerwartete Ergebnisse weit eher annehmen kann, als ich dies auf Leinwand zulassen würde. Während es sehr ungewöhnlich ist, dass zwei meiner Gemälde auf Leinwand aus derselben Farbe entstehen, nutze ich doch dieselbe Farbe eines Leinwandgemäldes nicht selten für mehrere meiner Arbeiten auf Papier; ebenso mag eine Farbe, die auf Papier entstand, ihren Weg auf die Leinwand finden.
Seit dem Jahr 2000 nutze ich regelmäßig das Format von 19 x 14 cm (7.5 x 5.5 inch) für Papier. Ich nenne jedes Werk auf Papier dieser Größe eine Zeichnung, auch wenn es das identische Medium mit anderen Arbeiten teilt. „Zeichnung“ ist für mich zu einer Denkart geworden, weniger ein Produkt. Meine Vorstellung von „Zeichnung“ verweist sowohl auf eine „Rezitation von Mantras“ über Technik und kompositorische Strategien, vergleichbar mit einem Musiker, der Tonleitern übt, als auch auf ein Format für völlige Improvisation.

Kurzbiographie Douglas Witmer
Witmers Arbeiten wurden vielfach international ausgestellt, unter anderem in The Pennsylvania Academy of the Fine Arts, Tiger Strikes Asteroid (Philadelphia), Hemphill Fine Arts (Washington DC), Sydney Non-Objective (Australia), ParisCONCRET (France), Gray Contemporary (Houston), Galerie Biesenbach (Germany), The Painting Center (NYC), MoMA PS1 und darüber hinaus an vielen anderen Orten.
Witmer absolvierte einen Bachelor Studiengang am Goshen College und einen Masterstudiengang der freien Künste (M.F.A.) an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts. Er lebt und arbeitet in Philadelphia.

Mehr zu Douglas Witmer hier.

 

 

 

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Hideaki Yamanobe

... auf Papier

17.1. bis 26.2.2021 ... mehr >


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Wir freuen uns, eine neu konzipierte Reihe kuratierter Online-Ausstellungen mit Arbeiten unserer Galerie-Künstler vorzustellen. Parallel zu unserem regulären Offline-Programm in der Galerie setzen wir hiermit den Fokus auf seltener gezeigte oder auch ältere Arbeiten. Zum Auftakt präsentieren wir ausgewählte Arbeiten auf Papier von Hideaki Yamanobe.

Im Spannungsfeld zwischen Zeichnung, Collage und Malerei gibt der japanische Künstler vor allem in seinen Papierarbeiten dem gegenständliche Element größeres Gewicht und bricht mit den für ihn charakteristischen, auf Schwarz und Weiß aufbauenden Farbschichten.

Seriell angelegt – wie auch bei seinen Arbeiten auf Leinwand spiegeln die Werktitel Variationen und Weiterentwicklungen einer Motiv-Idee wider – spricht Yamanobe in seinen Kompositionen auf Papier dem Malgrund besondere Bedeutung zu. Im Gegensatz zu seinen Leinwänden, bei denen die Ränder betont werden, spielt der Künstler hier mit dem Platz, der Leere um das meist zentriert gesetzte Motiv herum: Das Material „Papier“ – Bütten oder fester Zeichenkarton – wird als eine Art Rahmen integraler Teil des Werkes.

Ab dem 17.1.2021 um 18h können Sie die Arbeiten hier nachfolgend in unserem Viewing Room und unserer Bilder-Galerie einsehen. Parallel werden alle Werke in unserem aus diesem Anlass neu eingerichteten Online-Shop zum Verkauf angeboten. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne weitere Informationen zu.

Viewing Room

 

Über Hideaki Yamanobe ... mehr >

Die Fülle der Leere. Anmerkungen zu den Gemälden von Hideaki Yamanobe
von Peter Lodermeyer

Die Gemälde von Hideaki Yamanobe strahlen große Ruhe und eine konzentrierte, in sich gesammelte Kraft aus. Mit ihrer unaufdringlichen, ebenso introvertierten wie selbstbewussten Präsenz fordern sie eine geduldige und aufmerksame Betrachtung. Das hat zunächst mit ihrem weitgehenden Verzicht auf Farbigkeit zu tun, da sie den Augen keine vordergründigen, allzu schnell mit Assoziationen verknüpften koloristischen Reize bieten. Schwarz, Weiß und deren unzählige Abmischungen als Graustufen sind die Farben, auf die sich Yamanobe meist beschränkt. Der besserwisserische Einwand, bei Schwarz, Weiß und Grau handele es sich, physikalisch gesehen, um „Nicht-Farben“, ist so naheliegend wie sachfremd: Für den Blick des Malers gibt es nur Farben. Freilich ist das Weiß bei Yamanobe nie rein weiß, sondern mit einer zarten Ockerlasur ganz leicht ins Gelbliche getönt, sodass es eine wärmere Anmutung erhält, „so wie Zähne“, „so wie Reis“ – Vergleiche aus der Natur, die Yamanobe sehr ernsthaft anstellt. (Wenn in einigen wenigen Bildern tatsächlich einmal ein kräftiges Englischrot aufscheint, wirkt dies in der Stille der schwarz-weiß-grauen Bildflächen schon fast wie eine dramatische Farberscheinung: signalhaft, appellativ).

Die Reduktion der Farbigkeit lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters besonders auf die materielle Substanz der Bilder, wobei noch die kleinsten Details der Textur wichtig werden. Yamanobes Gemälde wollen nicht nur in ihren Hell-Dunkel-Werten, sondern auch im Hinblick auf ihre materialen Qualitäten betrachtet werden. Nicht zufällig wählt Yamanobe immer, auch bei kleinformatigen Arbeiten, mindestens 4 bis 5 Zentimeter starke Bildträger, um seinen Gemälden einen Körper zu geben, physische Präsenz und eine Objektqualität, die immer auch den Berührungssinn anspricht. Für den 1964 in Tokio geborenen Künstler verbindet sich mit der physischen Erscheinung seiner Bild-Körper eine ganz spezifische Vorstellung: Ihm ist es wichtig, ihnen eine Anmutung mitzugeben, wie er sie von den traditionellen, zum japanischen Neujahrsfest gereichten Reiskuchen (Mochi) kennt, wenn sie in rechteckige Platten geschnitten sind: ein wenig gelblich, leicht transparent, nach dem Backen leicht unregelmäßig, ein wenig schrundig an den Rändern. Für den westlichen Betrachter ist der Vergleich von Malerei mit Lebensmitteln womöglich schwer nachvollziehbar, zumal wir es im Westen nicht gewohnt sind, die visuellen, ästhetischen Qualitäten von Speisen so hoch zu bewerten, wie es in Japan üblich ist. Der französische Philosoph Roland Barthes hat dazu scharfsinnig bemerkt: „Die japanische Rohkost ist wesentlich visueller Natur; sie bezeichnet einen bestimmten Farbzustand von Fleisch und pflanzlicher Nahrung (wobei die Farbe sich niemals in einem Katalog von Tönen erschöpft, sondern auf ein ganzes Spektrum von taktilen Qualitäten des Stoffs verweist [...]). Gänzlich visuellen Charakters (für den Blick gedacht, zusammengestellt und bearbeitet, ja, für den Blick eines Malers oder Zeichners), sagt die Nahrung, dass sie nicht tiefgründig ist: [...] Keine japanische Speise hat ein Zentrum [...].[1]

Genau dies gilt auch für Yamanobes Gemälde. Sie haben kein Zentrum, ihre Erscheinung ist „zentrifugal“, das Gegenteil dessen, was man traditionell unter Komposition versteht und was Gerhard Richter einmal ironisch zusammengefasst hat: „Komposition ist, wenn die Hauptfigur in der Mitte steht.[2] Aber ebenso wenig kann man von einem „All-over“ reden, wie man es etwa von Jackson Pollock oder der monochromen Malerei kennt, denn es gibt bei Yamanobe, streng genommen, auch keine Gleichverteilung des Farbauftrags, der sich optisch über die Bildränder hin fortgesetzt denken ließe. Bei den meisten Bildern Yamanobes sind die Ränder betont; am Rand zeigen sich, in unterschiedlicher Intensität, meist die dunkelsten Stellen seiner Bilder. Dies bedeutet, dass die Bildfläche vergleichsweise als „leer“ empfunden wird und sich zwischen den Rändern ein Bildraum aufspannt, in dem sich erst auf den zweiten Blick „etwas“ zeigt. Hier wirkt zweifellos Yamanobes Kenntnis der traditionellen japanischen (und chinesischen) Landschaftsmalerei nach, in welcher die Leere eine entscheidende Rolle spielt. Doch während in der traditionellen asiatischen Malerei zwischen den in schwarzer Tusche gezeichneten Motiven viel Leerraum klafft, ziehen sich bei Yamanobe die schwarzen Stellen (Teile der noch sichtbaren schwarzen Untermalung) tendenziell an den Rand zurück, während die Bildfelder selbst von den weißen Acrylfarbschichten verhangen oder verschleiert erscheinen. Erst auf den zweiten Blick kann man feststellen, dass diese scheinbar leeren Felder tatsächlich eine Fülle an „Information“ enthalten. Es ist allerdings der Vorstellungskraft des Betrachters überlassen, diese gleichsam auf ein Minimum beschränkten Andeutungen zu bestimmten Vorstellungen zu konkretisieren.

Aufgrund der unterschiedlichen Dichte der weißen Farbschichten auf der schwarzen Untermalung kommt es innerhalb der Bildfelder zu zarten Helligkeitsabstufungen, wodurch sich, insbesondere wenn man die Bilder längere Zeit und aus größerem Abstand betrachtet, ein ungewisser Tiefenraum öffnet. Man kann nach einer gewissen Betrachtungszeit in vielen dieser Bilder Landschaftsanmutungen erkennen. Wohlgemerkt: Yamanobe malt keine Landschaften, auch nicht abstrahierte Landschaftsschemata, sondern lässt es vielmehr zu, dass die sich aus dem Malprozess ergebenden Helligkeitsschwankungen als proto-landschaftliche Elemente lesen lassen. Man könnte fast sagen, dass es dem Künstler gelingt, vage Erinnerungen oder Erinnerungsreste an landschaftliches Erleben malerisch zu artikulieren. So glaubt man manchmal, undeutliche Umrisse von Bäumen, Bergen oder auch Gebäuden im Nebel oder in dichtem Schneetreiben erkennen zu können; dies wäre die „kalte“ Lesart. Oder man kann an aufsteigenden Wasserdampf aus heißen Quellen denken; das wäre die „heiße“ Variante von Assoziationen, die sich umso eher bei Betrachtern einstellen, die mit den traditionellen, im Freien befindlichen japanischen Dampfbädern (Onsen) vertraut sind.

Yamanobe legt großen Wert auf die Ambivalenz der Assoziationen, die seine Bilder auslösen. Das gilt auch für die Ritzungen, die einen großen Teil seiner Gemälde kennzeichnen. Sie können einerseits als Aggression, als Verletzung des Bildkörpers wahrgenommen werden, andererseits – wiederum eher bei größerer Distanz zum Bild – als Andeutungen von Regen oder an Fensterscheiben herab rinnenden Wassertropfen. Für das Erzeugen der Ritzlinien hat Yamanobe übrigens ein typisch japanisches Instrument gefunden: Nachdem er bemerkte, dass Stahlkämme und ähnliche Werkzeuge ein zu starres, mechanisch wirkendes Linienbild erzeugen, wechselte er zu den Gestängen traditioneller Blattfächer (Uchiwa), von denen er das Papier entfernte. Mit Hilfe der radial ausstrahlenden, äußerst biegsamen und unterschiedlich langen Bambusstäbchen gelingt es ihm, ein lebendiges, nie völlig vorhersehbares Linienbild mit zahlreichen Überkreuzungen und variabler Breite der Ritzungen zu erzielen.

Selbst auf der Mikroebene des Farbauftrags und des Pinselduktus zeigt sich die Doppelwertigkeit der assoziativen Qualitäten von Yamanobes Malerei. Ganz typisch für seine Bilder sind gleichsam wellenartige Strukturen in den Weißschichten, die in ihrer unterschiedlichen Intensität Assoziationen wie etwa Schlangenhaut, Gänsegefieder oder Verwehungen von leichtem Pulverschnee (wieder „warme“ und „kalte“ Anmutungen) hervorrufen können. Erzeugt werden diese Strukturen durch einen immer wieder stockenden, „stotternden“ Auftrag von weißer Texturpaste, die mit einem Flachpinsel auf die schwarze Untermalung aufgetragen wird.

Der Offenheit und Vielschichtigkeit der Bilder Yamanobes, die sich aus der beschriebenen Doppelwertigkeit ihrer Anmutungen ergibt, liegt offenbar eine grundlegende kulturelle Zweiheit zugrunde: Dem Künstler, der seit etwa 20 Jahren überwiegend in Deutschland lebt, gelingt es, ein westlich geprägtes Malereiverständnis, das ganz auf den malerischen Prozessen selbst basiert (Stichworte: Monochromie, Radikale Malerei, Farbmalerei), so mit einer spezifisch japanischen Bild- und Materialsensibilität zu verbinden, dass sich daraus eine ganz eigene, ebenso leise wie kraftvolle Bildsprache ergibt.

[1] Roland Barthes, Das Reich der Zeichen, Frankfurt am Main 1981, S. 36.
[2] Diese Äußerung von 1968 hier zitiert nach: Dietmar Elger, Gerhard Richter, Maler, Köln 2002, S. 70.

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