24.02.2019

Group Show

Adults Only

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ADULTS ONLY - Eine Gruppenausstellung nur für Erwachsene mit Arbeiten von 10 internationalen Künstlern

 

Eröffnung: Freitag, den 18. Januar 2019, von 18 bis 21 Uhr

 

Von zart bis hart, von Malerei, Zeichnung und Collage über Photographie und Skulptur bis Installation werden Werke gezeigt, die Themen von erotisch bis pornographisch aufgreifen und darstellen.

 

Mit Arbeiten von: Tom Bianchi *1945 (US), Rebecca Bournigault *1970 (FR), Bob Carlos Clarke *1950 †2006 (IE), Julien Comte-Gaz *1987 (AU/FR), Viviane Gernaert *1976 (DE), Beate Höing *1966 (DE), Matt Lambert *1983 (US), Jans Muskee *1961 (NL), Stuart Sandford *1978 (UK) & Roland Schappert *1965 (DE)

 

Im Mittelpunkt von ADULTS ONLY, der ersten Gruppenausstellung in der Galerie Biesenbach im neuen Jahr, steht ein Sujet, das menschlicher kaum sein könnte: der sinnliche Körper, der seine Betrachter seit jeher fasziniert. Die künstlerische Zusammenstellung der Arbeiten spiegelt Abgründe und Höhepunkte der menschlichen Sexualität wider und bietet einen Streifzug durch die aktuelle Kunstszene, deren Protagonisten sich in den gezeigten Arbeiten dem Thema Sex widmen.

 

Der Körper und seine verschiedenen Erotisierungsmöglichkeiten wurden und werden immer wieder neu für die Kunst entdeckt und spezifisch aufgeladen. Nicht erst die Postmoderne rekurrierte auf die griechische Hochkunst und die römische Antike mit ihren drastischen erotischen Motiven.

 

Die Werke der 10 zeitgenössischen Künstler in ADULTS ONLY erzählen von Sex und Sinnlichkeit in der Geschichte der Kultur des Menschen. Dabei geht von der Ausstellung, die vor möglicherweise anstößigem Bildmaterial nicht zurückschreckt, auch eine gewisse Brisanz aus.

 

Mal ist der Körper selbstgenügsam ruhend dargestellt, mal ist er im Liebesakt verflochten, mal gibt er sich entflammt der Masturbation hin. Die Serie Cum Faces des britischen Photographen und Filmemachers Stuart Sandford zeigt genau dieses: Gesichter junger Männer im Moment des selbst herbei geführten Höhepunktes.

 

Pornographische Filme dienen der Pariser Künstlerin Rebecca Bournigault als Vorlage für ihre sexuell expliziten Aquarelle, in denen sie Frauen – herausgelöst aus dem Filmsetting – portraitiert und so zum Nachdenken über die Ausbeutung des weiblichen Körpers heutzutage anregt.

 

Der Kölner Künstler Roland Schappert greift mit dem Projekt "STOFF, HAUT, BLICK" von 1998 Motive aus Pornomagazinen auf und zoomt fast schon voyeuristisch auf Grenzverläufe zwischen Kleidungsstücken und Körpern. Das suggeriert mehr oder weniger eindeutige individuelle Momente und soziale Situationen. Seine Fotos wurden 1998 in einem umfänglichen Projekt zusammen mit Arbeiten von Stefan Römer bei città di bologna in Köln gezeigt. Schapperts Motive wurden für die Ausstellung nun digitalisiert und erstmals als lichtechte Drucke auf AluDibond (Auflage von je 8 Exemplaren) neu interpretiert. Zudem wird am 16.2. um 18 Uhr eine Sprachperformance zu Schapperts "SEXROMAN 1998" aufgeführt.

 

Zum altgriechischen Ursprung des Kunstwortes „Pornographie“ – abgeleitet und zusammengesetzt aus πόρνη (pórnē, dt. „Dirne“) und γράφειν (gráphein, dt. „schreiben“) – bringt uns die Hamburgerin Viviane Gernaert mit ihrer Interpretation eines Koberfensters. Nur die Prostituierte fehlt in ihrer Nachstellung eines Bordells im Schaufenster der Galerie.

 

Voyeurismus spielt auch beim niederländischen Maler Jans Muskee eine große Rolle. Seine Ölpastelle auf Papier, alle Szenen lebensgroß und lebensecht, zeigen nur Erwachsene – ADULTS ONLY. Sie sind verstrickt in bizarre Konstellationen, die auf ironische Weise die biedere Vorstellung einer heilen Vorstadt-Welt als Sodom und Gomorra entlarvt.

 

Die biederen Phantasien der 1950er Jahre werden von der deutschen Bildhauerin und Malerin Beate Höing ins Visier genommen. Nackte Nymphen-Figuren aus Porzellan verarbeitet die Künstlerin in ihren fragilen Skulpturen mit Ton und weiteren Fundstücken aus Porzellan und eignet sich deren zarte Erotik in mehreren Brennverfahren an.

 

Noch weiter zurück,  teilweise bis in die 1920er Jahre, reicht das Bildmaterial des Pariser Künstlers Julien Comte-Gaz. Er bedient sich alter (soft-) pornographischer Photographien, die er per filigraner Punkte-Zeichnung, pixelartiger Collage oder minutiöser Lasercuts – wie bei seinen Bunnies aus den Playboys der 1970/80er Jahren) – ihrer „Anstößigkeit“ beraubt und so alles Sexuelle verdeckt oder herausschneidet.

 

Die zart-harmlose, verspielte Erotik, die von Höings Nymphen ausgeht und auch in Comte-Gaz‘ Arbeiten durchscheint, steht in krassem Gegensatz zu Matt Lamberts teils sehr expliziten Photographien und Filmen, die mit veralteten Moralvorstellungen nichts gemein haben. Der in Los Angeles lebende Künstler, der auch bereits für fast alle großen Mode- und Lifestyle-Magazine gearbeitet hat, ist hauptsächlich für seine LGBT-Community-bezogenen Arbeiten bekannt. Lambert arbeitet bevorzugt mit echten Pornodarstellern und beschäftigt sich mit Themen wie Jugend und Intimität.

 

„Queer“-bezogen ist auch die photographische Arbeit des Amerikaners Tom Bianchi, der sich in seinem Werk gänzlich dem Männerakt widmet. In seinen über 20 bereits veröffentlichten Büchern mit Fotografien, Gedichten und Essays werden Erlebnisse homosexueller Männer behandelt. Die in ADULTS ONLY gezeigte Polaroid-Serie entstand im Original zwischen 1975-83 (Bianchi wurde 1945 geboren) und huldigt dem sorgenfreien, pre-AIDS Lebensgefühl der Gay Community in Fire Island Pines, Long Island, NY.

 

Ebenfalls dem Akt, jedoch dem weiblichen, widmet sich der 2006 verstorbene britische Photograph Bob Carlos Clarke, der auch gerne der Helmut Newton Englands genannt wird. Clarke setzt erotische (Männer-)Phantasien um und arbeitet mit Models, Schauspielerinnen und Stars (die Ausstellung zeigt z.B. Oscar-Preisträgerin Rachel Weizs in For Dolls That Do Dishes). Seine Arbeit, veröffentlicht in unzähligen Büchern und Magazinen, ist Synonym für Glamour, Fetisch und Frauenkörper.

 

Auswahl der photographischen Werke in Kooperation mit The Little Black Gallery, London

19.1. – 9.3.2019

Vernissage
Freitag, 18. Januar 2019
18 – 21 Uhr
ab 18 Jahre

Midissage ab 12 Uhr
Samstag, 16. Februar 2019
um 18 Uhr: Performance zu R.
Schapperts SEXROMAN

Öffnungszeiten  
Dienstag – Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 12 – 16 Uhr
u. n. V.