19.10.2018

Sinngefüge

Group Show

Ji Eun Lee (KR), Wieland Payer (DE) & Laszlo Thorsen-Nagel (US) ... mehr >

Gruppenausstellung mit neuen Arbeiten von Ji Eun Lee (KR, *1984), Wieland Payer (DE, *1981) und Laszlo Thorsen-Nagel (US, *1989)

Eine öffentliche Preview findet am Freitag, 31. August, von 18 bis 21h statt.

Die offizielle Eröffnung findet im Rahmen des Galerienrundganges zum DC Open Wochenende am Freitag, 7. September, von 18 bis 22h statt.

Ji Eun Lee, Wieland Payer und Laszlo Thorsen-Nagel erarbeiten sich in ihren Werken ihre Strukturen, ihre Sinngefüge auf unterschiedlichste Art und Weise. Die Koreanerin Lee gießt Weidenzweige in Kunstharz, der deutsche Künstler Payer schafft Pastellgemälde auf Papier und grundiertem MDF und der in Marfa, Texas lebende Thorsen-Nagel arbeitet mit Sumi-Tusche auf mit Ton überzogenen Holzpanelen.

Allen drei Künstlern geht es um die Freisetzung einer Linie, die keine Kontur mehr ist, und um die Schaffung einer Figur auch jenseits der Figuration. Die Linie erfüllt hierbei verschiedene Funktionen. Mit ihr werden sowohl Formen gekennzeichnet und so Objekte definiert als auch Umrissformen einer Fläche, eines Körpers oder eines Raumes gekennzeichnet.

Ji Eun Lee (*1984 in Seoul, lebt und arbeitet in Hamburg)

Tiefe in einer flachen Form: Ji Eun Lee baut abstrakte Strukturen aus Weidenzweigen, die sie in Kunstharz gießt. Das Ergebnis sind skulpturale Wandobjekte, die geschickt die Vorzüge des plastischen Arbeitens mit denen hängender Werke kombinieren. Lee vereint Klassik und Moderne, Natur und Industrie in einem Werk, das seinen Ausdruck hauptsächlich durch die Wiederholungen von Strukturen gewinnt. Diese symbiotische Kombination aus Gegensätzen spricht dabei von der Erfahrung mit der gleichsamen Anordnung von Materialien, Aussparungen und Linien, die von der menschlichen Hand und ihrer Irregularität leben.

Wieland Payer (*1981 in Erfurt, lebt und arbeitet in Dresden)

Die atmosphärische Dichte und künstlerische Perfektion von Wieland Payers Pastellmalerei verweist auf die Kunst der deutschen Romantik, auf Carl Blechen und Caspar David Friedrich. Zugleich ist der Künstler leidenschaftlicher Konsument fiktionaler Epen von Lem, Strugazki und Tarkowski. Die figurativen, oft ins Abstrakte übergehenden Darstellungen phantastischer Welten wecken im Betrachter den Wunsch, in ihnen eintauchen zu können. Doch die Naturidylle trügt. Sie wird gestört durch surreal anmutende Bildkonstruktionen und geheimnisvoll Szenerien, die eine eigenartige Künstlichkeit erzeugen und den Eindruck einer anderen Welt und Zeit erwecken. Payers Kunst kennt keine logischen Strukturen, sondern nur die Struktur des Sinnfälligen, die im Sinngefüge eines jeden Gemäldes offenbar wird.

Laszlo Thorsen-Nagel (*1989 in Bayern, lebt und arbeitet in Marfa)

Aufgewachsen in Bayern und umgeben von Gemälden und Skulpturen seines Künstler-Vaters Daniel Nagel und -Großvaters Hans Nagel, ist Laszlo Thorsen-Nagel von Kindheit an von einer abstrakten, modernistischen Ästhetik fasziniert. Als Kunststudent führt dieser Einfluss dazu, dass er seine eigene minimalistische Sprache durch Malerei entwickelt. Thorsen-Nagel bedient sich alter japanischer Tusche-Maltechniken (Sumi-E), die er auf Papier, Leinwand und hauptsächlich mit Ton ummantelten, eingeritzten Holzpanelen nutzt. Mit rasterartigen Linien-Strukturen verfolgt Thorsen-Nagel das Ziel, Licht durch Transparenz und Deckkraft, Liniendichte und Raum zu erzeugen. Sein Malprozess beruht dabei auf einem meditativen Zustand, in dem er mit dem Pinsel, dem Licht im Atelier und dem jeweiligen Moment eins wird und jedes einzelne Element für sich sprechen lässt.

1.9. – 3.11.2018

Vernissage
Freitag, 7. September
18 – 22 Uhr
in Anwesenheit von Ji Eun Lee

Midissage
Samstag, 6. Oktober
12 – 16 Uhr und um 13 Uhr:
Künstlergespräch mit Ji Eun Lee

Öffnungszeiten  
Dienstag – Freitag 11 – 19 Uhr
Samstag 12 – 16 Uhr
u. n. V.